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Arnau: Gotteshaus und Museum
Anfang
Dezember gab der Pressedienst der Gebietsregierung bekannt, dass die Kirche in Marjino
(ehem. Arnau) künftig als Gotteshaus der Russisch-orthodoxen Kirche und als Museum
genutzt werden soll.
Es soll ein Vertrag zwischen der Russisch-orthodoxen
Kirche und dem kunsthistorischen Museum über die gemeinsame Nutzung des Kirchengebäudes
abgeschlossen worden sein.
„Alle können sich am Wiederaufbau der Kirche beteiligen. Wir bemühen uns, die noch
erhaltenen Fresken zu restaurieren“, sagte der Bischof der Baltischen Diözese, Serafim.
Ob sich diese Bemühungen positiv auf den Denkmalschutz auswirken werden, daran zweifelt
das Kuratorium Arnau e.V. Denn bereits im Oktober 2010, nach Übergabe des Gebäudes
an die Russisch-orthodoxe Kirche, begann man mit Baumaßnahmen und beschädigte damit
die mittelalterliche Ausmalung. Ein in die Kirche eingebauter Zwischenboden wurde
auf unprofessionelle Weise, d.h. ohne vorhergehende Sicherung der Wandgemälde, entfernt.
Das Kuratorium Arnau e.V. wurde nicht über diese Maßnahmen informiert, obwohl es
seit 1992 für die Erhaltung der Kirche aufkommt und seit 2008 im Rahmen eines Kooperationsvertrages
mit dem Kaliningrader Museum für Geschichte und Kunst offizieller Partner bei der
Restaurierung des Denkmals ist. Durch die Übergabe des Gebäudes an die Russisch-orthodoxe
Kirche wurde der Vertrag mit dem deutschen Verein gebrochen.
In einer Presseerklärung des Kuratoriums heißt es dazu: „1992 hat der Verein die
Kirche vor der weiteren Zerstörung bewahrt und dafür gesorgt, dass sie unter Denkmalschutz
gestellt wird. Seitdem hat er nach streng denkmalschützerischen Prinzipien den Turm
wieder aufgebaut mit Glocke und Wetterfahne. Er hat weiterhin einen neuen Dachstuhl
mit Eindeckung errichtet und Teile des Außenmauerwerks restauriert. Schließlich
hat er Notfenster eingesetzt und mit der technisch aufwendigen Sicherung der Fresken
begonnen.“ Außerdem besitze das Kuratorium Kenntnisse der Archivmaterialien und
alten Baupläne und habe ausgewiesene Experten mit der Restaurierung des Denkmals
betraut.
Nach Schätzungen des Vereins wurden bis 2008 durch Fördermittel der ZEIT Stiftung,
durch andere Fonds und Privatspenden mehr als 320.000 Euro in die Restaurierung
der Kirche investiert. Ob das Projekt weiterhin durch das Kuratorium Arnau e.V.
gefördert werden kann ist unklar, da die Vereinssatzung eine Unterstützung religiös
genutzter Objekte nicht zulässt. Denn trotz der Versprechungen der Russisch-orthodoxen
Kirche, das Bauwerk erhalten zu wollen, sei eine Tendenz zur Umgestaltung der Kirche
und zur Geringachtung ihres kunsthistorischen Wertes erkennbar.
Die Vertreter der Kaliningrader Eparchie lehnten die Behauptungen des Kuratoriums,
darunter auch dass „die Restauration nicht professionell genug durchgeführt worden
war“ entschieden ab. Der Leiter des kunsthistorischen Museums, Jakimow, sagte, dass
man nicht nach Gründen für eine Konfrontation, sondern nach einem Einvernehmen suchen
solle, wenn man diese Kirche für zukünftige Generationen erhalten will. -
Barbara Dreiling
weitere Berichte zum
Eigentumsstreit
im
Ostdeutschen Diskussionsforum unter:
Ostdeutsche Heimatarbeit;
Kuratorium Arnau - aktuell;
auf den Netzseiten des
Kuratoriums Arnau e.V.:
www.kuratorium-arnau.net/aktuelles/;
www.kuratorium-arnau.net/Info/Presse/;
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