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Arnau / Арнау St. Katharinenkirche zu Arnau /

 Kuratorium Arnau e.V.

Daten zur Bau- und RestaurierungsgeschichteHandskizze St. Katharinenkirche  von M.M., 1994

1322
Arnau wird erstmals urkundlich erwähnt. Bau einer Verteidigungsanlage des Deutschen Ritterordens.

1340-1350
Baubeginn der Ordenskirche, geweiht der Hl. Katharina.
Als erstes wurde der Chor errichtet, anschließend das Langhauses, verputzt mit Kalktünche und Weihekreuzen.

1349-1636
Die Kirche ist im Besitz des Nonnenklosters Löbenicht und wird bis zur Reformation als Wallfahrtskirche genutzt.

1360-1370
Errichtung der doppelgeschossigen Vorhalle (Nordparadies).

"Der linkshändige Ehud tötet den König"1360-1375
Ausmalung des Langhauses: Speculum humanae salvationis (Heilsspiegelzyklus), Vermutlich von einem Meister der Königsberger Malschule geschaffen.
Errichtung des Westturms, Backsteinmauerwerk mit Feldsteinsockel.
Anbau der Sakristei mit tonnengewölbtem Durchgang.

2. Hälfte 15. Jh.
St. Katharinenkirche in Arnau, Altar, um 1912 - Zur Vergrößerung anklicken!Bemalung des Blendschmuckes im Paradies mit Fischblasenornamentik.

1525
im Zuge der Reformation werden die Wandmalereien übertüncht. (1)

1684
Errichtung der Kanzel von Christian Klodssen.
Taufstein.

1687
Neuer Altaraufsatz aufgestellt.Kanzel der St. Katharinenkirche zu Arnau vor der Restaurierung 1908/1912

1690
Altarleuchter.
Altaraufsatz von Maler Martinus Bergmann bemalt und vergoldet.

1692
Gestühl erwähnt.

1766
Rokokogestühl erwähnt.

1Orgel um 1912. Zustand während der Wiederherstellung der Kirche.768
Bemalung der Kanzel von J. B. Zedler.

1785
Ausmalung des Innenraumes anhand einer Inschrift im Triumphbogen anzunehmen.

1854
Umbau der Orgel aus dem 18. Jahrhundert. Sie erhielt 17 klingende Register. (2)

1868
Dr. Hipler verweist bei einer Begehung auf verdeckte Malereien hin. Malereifragmente des Heilsspiegelzyklus wurden in einigen Bereichen sichtbar.

1891
Bötticher, Armstedt / Fischer verweisen auf Malereifragmente unter zahlreichen Tüncheschichten.

1908-1912
Umfangreiche Restaurierung:
Freilegung der mittelalterlichen Wandmalereien (Heilsspiegelzyklus im Langhaus, 119 Bilder, davon 8 unkenntlich und etliche nicht deutbar).

Historische Aufnahme um 1908            
Zustand nach der Freilegung             

Historische Aufnahme um 1912
Zustand nach der Retusche

      Historische Aufnahme um 1943/45

In diesem Zuge wurden die Hacklöcher innerhalb der Malereien gekittet und anschließend wurden Fehlstellen zurückhaltend retuschiert. Rekonstruktion der Rahmungen des umlaufenden Frieses.
Figürliche Malereien wurden nicht rekonstruiert.

1943/45
Die Kirche wird im Krieg nicht zerstört. Durch Beschuss wird jedoch der Turm beschädigt.

1945
Die Katharinenkirche übersteht die Kriegsereignisse ohne Schäden. Ihre Kunstschätze werden  in der Folgezeit ein Opfer der Verhältnisse, konkrete Nachweise über ihren Verbleib, sofern sie nicht zerstört wurden, liegen nicht vor.
In der Folgezeit wird die Kirche nicht mehr als Gotteshaus genutzt.
Einsetzender Verfall der Kirche, Vandalismus.

1947
Hinweise deuten auf ein erstes Öffnen und Plündern der Grabstätte Theodor von Schön hin.
Auch die Gruften im Inneren der Kirche wurden aufgebrochen, erste Zerstörungen am Kirchengebäude.

1951
Die Kirche gehört zur Kolchose, der heutigen Rodniki GmbH. Nutzung als Getreidelager.
Einbau einer Zwischendecke unter Verwendung der Holzbalken des Dachstuhls. Hierfür wurden der historische Dachstuhl und ein Teil des Turmes wurde abgetragen.

1951-1994
Wandmalereien im Innenraum der Kirche wurden überstrichen und stellenweise direkt mit Zementmörtel überputzt. Die Ostwand und Sakristei wurde durchbrochen und ein Einfahrtstor für Traktoren eingebaut.
In diesem Zuge wurde das Gewölbe der Sakristei zerstört.
Verlust der gesamten Inneneinrichtung der Kirche.
Der angrenzende Friedhof, incl. Friedhofszaun und Grabsteine wurde im Lauf der Folgezeit zerstört.

1967
Formeller Beschluß des Ministerrates der UdSSR, alle mit Deutschland oder der deutschen Geschichte verbundenen Denkmäler, sofern sie überhaupt registriert worden waren, von der Liste schützenswerter Objekte zu streichen.

1969
Beschluß des Exekutivausschusses des Ministerrates der UdSSR: auch deutsche Denkmäler werden in die Liste der schützenswerten Objekte aufgenommen.

1978
der Westturm wurde abgetragen und mit diesen Materialien die freistehenden Stützpfeiler mit der hölzernen Zwischendecke errichtet. (3)

Die Katharinenkirche in Arnau im Sept. 1998

1992
Beginn der Registrierung deutschen Kulturgüter und ...

1992
für weitere Infos zum Kuratorium hier klicken!Gründung des „Kuratorium Arnau e.V.", um sich für den Erhalt der St. Katharinenkirche in Arnau einzusetzen.
Das „Kuratorium Arnau e.V.“ verhindert die Zerstörung der Kirche (Steinbruch!) durch die örtliche Kolchose. Schwierige und langwierige Verhandlungen des „Kuratoriums Arnau e.V.“ mit russischen Behörden, um einen Denkmalschutz der Kirche durchzusetzen und erste Sicherungsmaßnahmen werden durch das Kuratorium eingeleitet.

Wiederherstellung des "geköpften" Turmes im Sept. 1999seit 1994
St. Katharinen geht in den Besitz der russischen Förderation über.
Pachtung der Kirche durch die Baufirma Monostroy (Direktor: Alexander Feschschenko). Nutzung als Materiallager
.

1994
Einrichtung eines Zentrums für Denkmalschutz beim Ministerrat der Russischen Föderation, Vergabe von Restaurierungslizenzen durch das Zentrum.

17.02.1994
Der Kolchose wird das Nutzungsrecht entzogen.
Das „Kuratorium Arnau e.V.“ wird offiziell authorisiert, die Restaurierungsarbeiten an der Kirche durchzuführen.
Erneuter Einbruch in die Kirche und Öffnung der Gruften.
Eisengitter werden vor die Fenster montiert.
Birken, die aus dem Mauerwerk wachsen wurden gefällt.
Wiederherstellung des "geköpften" Turmes im Dez. 2000

1995
Am 26.01.1995 Gesetz zum Schutz der Denkmäler im Königsberger Gebiet unter Einschluß der deutschen Kulturzeugnisse.

1998
Untersuchungen der Kirche durch russische Restauratoren.

2002
Mit Fertigstellung des Turmes wird der erste Bauabschnitt des „Kuratoriums Arnau e.V.“ abgeschlossen.

2003
Im September errichtet das Kuratorium einen Gluckenstuhl im Turm und hängt eine in Süddeutschland gegossene Glocke ein.

Reinhard Stillger präsentiert die neue Glocke aus der Glockengießerei Bachert in Bad Friedrichshall.2004
Freilegung von Teilen der Wandmalereien durch Scientific - Tecnical Center for the protection and use of historical and cultural monuments (Direction of the Kaliningrad Oblast Regional Cultural Administration).
Einrichtung eines Museums im Turm durch das „Kuratorium Arnau e.V."

2005
Beginn des zweiten Bauabschnitts: denkmalgerechte Wiedererstellung des Dachstuhls und Eindeckung.
Die Dachkonstruktion besteht im Langhaus vollständig aus Holz, im Chor sowohl aus Holz als auch aus Stahl (Ständerkonstruktion). Bei der Dachsanierung wurde die Mauerkrone bis ca. 1,2 m unter Verwendung von Kalkzementmörtel neu aufgemauert. Dieser Mörtel wurde auch für die Turmerneuerung verwendet. Bei der Erneuerung der Mauerkrone wurden teilweise die alten Steine wieder verwendet.
Der Dachstuhl wurde in einem steileren Winkel aufgezogen. Die originale Fassadenmalerei im Bereich des Dachstuhls an der Triumphbogenwand gibt den Winkel an, bis wohin das Dach und die Der Dachstuhl auf dem Langhaus steht.Giebelwände 1951 abgetragen wurden. Die ursprüngliche Neigung des Dachstuhls ist daher nicht mehr ablesbar. Die Holzbalken und Ziegelsteine des Giebels wurden für die Zwischendecke verwendet.

2006 
einen ersten grundlegenden und bedeutenden Schritt zur Erhaltung der ehemaligen Ordenskirche und ihrer wertvollen Wandmalereien wurden durch die Organisation des Kuratoriums und durch die Finanzierung deutscher Stiftungen und Investoren realisiert.3 
Fertigstellung des Daches.
Einbau provisorischer Fenster aus gewelltem Plexiglas.

November 2006
Im Auftrag des „Kuratorium Arnau e.V.“ wurde in Zusammenarbeit mit der Hildesheimer "Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst" eine Untersuchung der Architekturoberfläche durch deutsche Restauratoren durchgeführt und ein Gutachten erstellt.
Ziel dieser Untersuchungen war es, den Erhaltungszustand der Kirche, insbesondere den mittelalterlichen Malereibestand zu dokumentieren.

2007
historische Formsteine unterschiedlichen Typs in Ordensformat für die Wiederherstellung des Nordeingangs und der Nordwand werden in einer estnischen Ziegelei hergestellt.

Das fertig gedeckte Kirchendach im Sommer 2006.

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Anmerkungen

  1. Es besteht ein ev. Pfarrerbuch seit 1525. Aus: Arnau in Not.

  2. Dignath / Zimmer, die Kirchen im Samland, 1987, S.26

  3. D.h. es handelt sich bei der Zwischendecke um möglicherweise originale Balken, die bei der neuen Dacherrichtung nicht wieder verwendet wurden.

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Quelle / Источник:
Archivmaterial / Архивный материал

MP3-Audio-Datei starten: Glockengeläut der Kirche Arnau am 23.9.2003 / Слушать файл mp3: Звон колокола кирхи Арнау 23.9.2003

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weitere Informationen:
Maltechniken: Die Unterschiede zwischen der Wandmalerei und der Freskomalerei


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Stand: 01. Januar 2017


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