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Theodor von Schön

 

Revolutionär
Biographie
Literaturhinweise
Eichendorff
 

Arnau / Арнау St. Katharinenkirche zu Arnau /

 Kuratorium Arnau e.V.

Theodor von Schön – ein geistiger Stern Preußens

Theodor von Schön. Lithographie nach 1842. Altersportrait, gestochen nach einem Gemälde von Prof. Karl Wilhelm Wach (Verschollen).Der 1773 in Schreitlaugken bei Tilsit als Sohn eines Domänenpächters geborene Theodor Heinrich von Schön trat nach dem Studium in Königsberg 1793 in den preußischen Staatsdienst. Die von einem Englandaufenthalt (1798) mitgebrachten Staatsvorstellungen verbindet er mit der Ethik Kants, die ihm als Grundlage jeglicher Staatskunst galt. In der Anverwandlung des englischen Liberalismus, in der Übertragung dieses politischen Prinzips auf die spezifischen Verhältnisse des deutschen Bereichs und vor allem in der Vervollkommnung dieser Lehre durch die Verbindung mit den Grundsätzen Kants liegt die gewaltige denkerische, aber auch im Sinne der politischen Realität praktische Leistung v. Schöns. In diesem Sinne bezeichnet ihn Leopold v. Ranke als den größten praktischen Schüler Kants.

Zeitgenössische Karikatur auf das militärische und politische Zusammengehen von Preußen und Russen.Er wurde zum wichtigsten Weggefährten und Gedankengeber des Reichsfreiherrn vom und zum Stein. Maßgeblichen Anteil hat er an den Reformgesetzen zur Bauernbefreiung und zur Städteordnung. Das politische Testament Steins trägt seine Handschrift. Eine entscheidende Rolle spielt er bei der Erhebung der ostpreußischen Landstände gegen Napoleon. Da Clausewitz, E. M. Arndt und auch Stein in russischen Diensten standen, entwickelt er auch Gedanken zum Verhältnis zwischen Preußen und Rußland. Seit 1824 war er Oberpräsident von Preußen im Range eines Staatsministers. Sein revolutionäres Manifest Woher und Wohin führt 1842 zu seiner Entlassung durch Friedrich Wilhelm IV. Am 3. Juni 1842 zieht er sich auf seinen Landsitz Preußisch-Arnau zurück, den er bereits 1826 erworben hatte. Wie es sich für einen Bewunderer der englischen Staatsidee geziemt, legt er einen Park im englischen Stil an.

Es war v. Schöns Verdienst, die Wiederherstellung der in Teilbereichen stark verfallenen Marienburg durchgesetzt und darüber hinaus ein allgemeines Interesse an diesem einzigartigen Zeugnis der deutschen Geschichte geweckt zu haben. Er hatte nämlich erkannt, daß nach der Niederringung Napoleons eine Erneuerung Deutschlands nur durch eine angemessene Besinnung auf die eigene historische Größe erfolgen konnte.

Herrenhaus Preußisch-Arnau (Zeitungsdruck 1846)

Herrenhaus Preußisch Arnau (Zeitungsdruck 1846)

Joseph von Eichendorff wird 1821 zum Regierungsrat in Danzig ernannt. Dies ist der Beginn einer innigen und lebenslangen Freundschaft, „Herzensfreund“ nennt ihn v. Schön. 1842 verfaßt der schlesische Romantiker seine Schrift Die Wiederherstellung des Schlosses der deutschen Ordensritter zu Marienburg, eine Hommage an v. Schön. Eichendorff wird zu einem häufigen Besucher Preußisch-Arnaus, das Gastzimmer ist heute noch erhalten. Als katholischer Romantiker führt er hier angeregte Gespräche mit dem von Kant geprägten Aufklärer v. Schön.
 

Häufiger Besucher auf Preußisch-Arnau war Joseph von Eichendorff. Das Gastzimmer, in dem er sich aufzuhalten pflegte liegt direkt über dem Eingang und ist bis heute in seiner ursprünglichen Täfelung erhalten. (Aufnahme: August 2000)Der preußische König mildert die Entlassung v. Schöns durch dessen Ernennung zum „Burggrafen von Marienburg“ und überträgt ihm die Regelung aller mit der Marienburg zusammenhängenden Fragen. Da das Sterngewölbe der Katharinenkirche eng verwandt ist mit dem der Marienburger St. Annenkapelle, findet der neuernannte „Burggraf von Marienburg“ mit Arnau eine Kirche, die Stil- und Formelemente der Marienburg wiederaufnimmt. Der Ring schließt sich in nahezu symbolischer Weise.

Arnau bleibt auch nach 1842 für v. Schön ein Ort politischer Aktivität. 1844 gründet v. Schön hier z.B. den „Ostpreußischen Landwirthschaftlichen Centralverein“, dessen Vorsitz er übernimmt. 1848 wird er zum Delegierten der Paulskirche gewählt. Im gleichen Jahr eröffnet er als Alterspräsident die Berliner Nationalversammlung. Nach seinem Tode am 23. Juli 1856 wird er auf dem Arnauer Friedhof neben seiner Frau und der überaus geliebten Tochter nur wenige Meter von der St. Katharinenkirche beigesetzt.
 

 
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weitere Informationen:
Theodor von Schön – Preußens konservativer Revolutionär;
Studien zu Theodor von Schön http://web.fu-berlin.de/akip/tvs/
 


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